Michael Hamburger wurde am 22. März 1924 in Berlin-Charlottenburg geboren. Er wuchs in einer Familie des assimilierten jüdischen Bürgertums auf. Sein Vater war Professor für Kinderheilkunde an der Charité. 1933 Emigration nach Großbritannien. Besuch der renommierten Westminster School, Studium der Germanistik und Romanistik in Oxford. Von 1943 bis 1945 Soldat auf der Insel, nach Kriegsende Heeres-Dolmetscher in Italien und Schulleiter in Österreich. 1951 Heirat mit Anne Ellen File (alias Anne Beresford), ein Sohn, zwei Töchter. Wissenschaftlicher Assistent am University College, London bis 1955. Dann bis 1964 Dozent für Germanistik in Reading. Anfang der 60er Jahre zahlreiche Reisen nach Deutschland. 1964 Aufgabe der Universitätslaufbahn, Von 1966 bis 1975 Gastprofessuren an mehreren Universitäten.

Porträtskizze: Elmar Schenkel

 

1976 Umzug ins ›Marsh Acres‹ in Middleton, ein „Dorado“ (Czechowski) für deutsche Dichter und Schriftsteller. Am 7. Juni 2007 verstarb Michael Hamburger und wurde auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt.
Johann-Heinrich-Voß-Preis 1964,Goethe-Medaille in Gold  1986, Österreichischer Staatspreis 1987, Friedrich-Hölderlin-Preis 1991, Petrarca-Preis 1992, Horst-Bienek-Preis 2001.
Mehr als 30 Gedichtbände, Collected Poems 1984, 1985, 1995, Selected Poems 1988, The Glade and other Poems 1988; dt.: Zwischen den Sprachen  1966, Gedichte 1976. Heimgekommen 1984, Witterungen 1989, Die Erde in ihrem langen langsamen Traum 1994, Baumgedichte 1995, Traumgedichte 1996, Unteilbar 1997, Todesgedichte 1998, Das Überleben der Erde 1999, In einer kalten Jahreszeit 2000, Aus einem Tagebuch der Nicht-Ereignisse 2004, Unterhaltung mit der Muse des Alters 2004, Letzte Gedichte 2009.

Übersetzungen Hölderlin, Trakl, Grass, Eich, Celan, Huchel, Rilke, Goethe und Enzensberger.