Robert Gernhardt

Der alte und der junge Dichter

Betritt der alte Dichter den Raum
hat der junge Dichter den Traum:
So alt zu werden wie der!
So alt und berühmt wie er!
Liest der junge Dichter im Blatt,
daß der alte uns verlassen hat.
Neidet er ihm sein End,
weil ihn nun alle Welt nennt.
Liegt der alte Dichter im Grab,
denkt der junge Dichter: Nun hab
ich den alten vom Hals.
Merkt er bald: keinesfalls.
Tote Dichter sind schlimm.
Je toter, desto besser bei Stimm.
Wünscht sich der lebende, er
wär bald so tot wie der.

 

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